11 Monate als Au Pair in Madrid – Teil 2

© Jasmin Fohne (v.l. Gonzalo, Jasmin, Sofia, Carmen)

07.01.2017 – Rückkehr nach Madrid

Liebes Tagebuch,

heute ist ein ganz besonderer Tag, denn ich fliege nach meinem zweiwöchigen Deutschland-Aufenthalt wieder für sieben Monate zurück nach Madrid. Das ist schon echt ein mulmiges Gefühl und ich weiß noch nicht so recht, ob ich mich freuen soll… Zuerst fiel der Abschied heute Morgen natürlich sehr schwer, dann konnten wir bis Hamburg durchgängig nur 90km/h fahren, weil es so glatt war und mein Koffer zu allem Überfluss noch 6kg Übergepäck hatte, wodurch ich alles nochmal umpacken durfte. Zur Krönung hatte unser Flieger auch noch mehr als anderthalb Stunden Verspätung, doch wenigstens konnte ich mich mit einem anderen Au Pair am Flughafen treffen. Zum Glück konnte mich mein Gastpapa trotzdem um 18:15 Uhr abholen und als wir zu Hause angekommen sind, fühlte sich es irgendwie ganz anders an – fast so wie ein Neuanfang. Der Abend verlief noch ziemlich turbulent, denn ich habe meinen Koffer ausgepackt, die Küche aufgeräumt und Essen zubereitet, die Kinder geduscht, Weihnachtsgeschenke ausgetauscht, einen Film geguckt und um 00:30 Uhr bin ich total kaputt ins Bett gefallen.

 

19.01.2017 – Mein 19. Geburtstag

Liebes Tagebuch,

heute ist tatsächlich schon mein 19. Geburtstag und damit der erste, den ich nicht mit meiner Familie verbringe. Nachts bin ich erstmal um 00:01 Uhr von selbst aufgewacht, doch ich konnte sofort wieder einschlafen. Morgens hat meine Gastfamilie für mich gesungen und mir einen Schal sowie Handschuhe geschenkt und mir einen Kuchen gebacken, worüber ich mich sehr gefreut habe. Sogar mit den Kindern lief es heute Morgen ganz gut, nur Sofía war etwas zickig. Ich habe den Bus um 9:00 Uhr ins Zentrum genommen und auf dem Weg habe ich wie fast täglich mit meinen Eltern telefoniert. In der Schule habe ich den Kuchen ausgegeben, was natürlich für Begeisterung gesorgt hat und danach habe ich mich mit einer guten Freundin in ein Café gesetzt. Wir haben Apfelstrudel gegessen, uns unterhalten und währenddessen haben mich sehr viele Leute angerufen und an mich gedacht. Als ich später zu Hause war, hat mir sogar die Haushälterin etwas geschenkt und mir Schnitzel gebraten, damit ich  ein bisschen was Deutsches hier habe.
 
Ab halb 6 habe ich ganz normal gearbeitet. Zuerst habe ich mit Sofía Merienda gemacht, bin dann mit ihr duschen gegangen und wenig später ist die Oma gekommen, um mir eine Blume vorbeizubringen. Um 18:30 Uhr ist Gonzalo gekommen, ich habe ihm bei seinen Hausaufgaben geholfen und auch er ist dann brav duschen gegangen. Danach saß er in meinem Zimmer, hat die Flüsse Europas auswendig gelernt und ich habe mit Sofía das Abendessen vorbereitet (die Haushälterin kocht das immer schon vorher und ich muss nur den Tisch auf- und abdecken). Um 20:15 Uhr ist Carmen mit der Mutter gekommen und ist nach langem hin und her endlich duschen gegangen. Wenig später habe ich mit den Kindern gegessen, doch bis sie im Bett waren, hat es bis 22:30 Uhr gedauert, weil Carmen und Gonzalo noch lernen mussten und Sofía so lange lesen wollte. Als ich dann endlich im Bett lag, habe ich schrecklich doll geweint und ich muss zugeben, dass das in letzter Zeit oft vorkam. Die Zeit in Deutschland war zwar unglaublich schön, doch ich vermisse meine Familie und Freunde jetzt sehr und da meine beste Au-Pair-Freundin Madrid leider schon im Dezember verlassen hat, kann ich mir kaum vorstellen, dass noch bis Ende Juli durchziehen zu können. Doch zum Glück hat mich meine Gastmama weinen hören, woraufhin ich ein klärendes Gespräch mit ihr hatte. Seitdem geht es mir hier so gut wie nie zuvor. Es mussten zwar schon einige Freunde gehen, gleichzeitig habe ich aber auch schon wieder neue Au Pairs kennengelernt und jetzt habe ich richtig Lust auf die nächsten Monate und freue mich außerdem riesig auf den Sommer.
Jasmin Fohne mit ihren Freundinnen vor dem ehemaligen Haus von Franco
Jasmin Fohne mit ihren Freundinnen vor dem ehemaligen Haus von Franco

01.02.2017 – meine neue Sprachschule

 Liebes Tagebuch,

heute ist mein erster Tag in der neuen Sprachschule. Ich habe mich entschieden zu wechseln, da die neue Schule näher an meinem zu Hause liegt, dort viele Freundinnen hingehen und einmal in der Woche ein kultureller Ausflug angeboten wird. Außerdem sind die Zeiten nun anders, so dass ich etwas länger schlafen kann und jeden Tag eine halbe Stunde länger Unterricht habe. Um 6 Uhr bin ich aufgestanden, habe mich angezogen, Schulbrote vorbereitet, Orangensaft gepresst, den Geschirrspüler ausgepackt und um 7:15 Uhr die Kinder geweckt. Sie saßen zwar bereits 20 Minuten später am Tisch, doch haben dann natürlich mal wieder gar nicht auf mich gehört. Naja, sie waren um 8:20 Uhr aus dem Haus und dann habe ich erstmal in aller Ruhe gefrühstückt, die Küche aufgeräumt, mich geschminkt und um 9:45 Uhr auf den Weg gemacht. Ich war schon etwas nervös, doch habe mich mit einer Freundin vor der Schule getroffen und sie hat mir alles gezeigt. Mein Kurs ist international gemixt und das finde ich echt gut. Zwischendurch ist sogar der Direktor in die Klasse gekommen, nur um mich zu begrüßen.

.auch wenige Wochen später kann ich auf jeden Fall sagen, dass der Wechsel der Sprachschule auf jeden Fall die richtige Entscheidung war! Ich kann nicht richtig beschreiben wieso, doch irgendwie scheint diese zweite Hälfte meines Auslandsaufenthaltes allgemein ganz anders zu werden. Momentan rennt die Zeit und ich genieße einfach nur jeden Moment. Zusätzlich bekomme ich bis Juli fast jeden Monat Besuch aus Deutschland, worauf ich mich natürlich riesig freue.

Palacio de Cristal im Parque del Retiro
Palacio de Cristal im Parque del Retiro

 

– Jasmin Fohne

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Jung. Dynamisch. Anders. Frischer Wind in der Medienlandschaft durch Themenvielfalt und Qualitätsjournalismus. Lässig und professionell.

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