Bundesliga-Geschichte in ausgeglichener Partie

Bibiana Steinhaus debütiert als erste Offizielle in der 1. Bundesliga

Pünktlich um 15:30 Uhr ist Anpfiff im Berliner Olympiastadion. Die Bedingungen lassen sich sehen – einzig und allein das Abbrennen von Pyrotechnik aus dem Bremer Block führt zu einer Ermahnung und einem ersten kleinen Aufreger im Stadion. Zwei weitere Aufreger soll es in der Anfangsphase noch geben: Erst vergibt Werder eine Großchance durch Florian Kainz, die exzellent von der Berliner Nummer 22 im Tor, Rune Jarstein, pariert wird. Nur zwei Minuten später schlägt der Ball dann beinahe im Tor des SV Werder Bremen ein und auch Jiri Pavlenka stellt seine Klasse unter Beweis.

Währenddessen fällt kaum auf, dass neben dem hektischen Treiben auf dem Platz Bundesliga-Geschichte geschrieben wird. Steinhaus steht als Erste Offizielle auf dem Feld und macht einen guten Job. Sie ist rigoros, aber dennoch um Gespräche bemüht. Nur eine gelbe Karte zeigt sie im Spiel gegenüber Skjelbred (36. Minute), denn dieser kann Fin Bartels nicht halten und begeht ein taktisches Foul. Bis dahin lässt sich sagen, dass Werder die dominantere Mannschaft ist und durch viel Engagement und Kreativität immer wieder versucht, die Bälle früh zu erobern. In der 22. Spielminute gibt es eine weitere Großchance für Werder – Bartels setzt sich exzellent durch, überspielt einen Herthaner im Strafraum und flankt den Ball rein, der den überraschten Delaney zwar findet, aber nur in den Armen von Jarstein endet.

Hertha gegen die kreativen Bremer immer wieder um Ordnung bemüht

Bremen spielt die Bälle gut nach vorne und überrumpelt Hertha damit vor allem in der ersten Halbzeit einige Male. Man spürt: Werder will! Und die Elf von Nouri hat auch Chancen, doch in der 38. Minute kommt der Rückschlag durch Mathew Leckie: Tor! Die Bremer Hintermannschaft konzentriert sich mehr auf ein vermeintliches Foul, wo Steinhaus jedoch völlig korrekt auf Vorteil entscheidet und das Tor für regulär erklärt. Ab diesem Zeitpunkt geht der Partie ein bisschen die Luft aus. Bis dahin steht das Eckenverhältnis 0:5 für Werder und die Großchancen laufen vor allem vor dem Hertha-Tor ab. Und doch werden Werders Bemühungen nicht belohnt. Nach der Halbzeit ist Hertha offensiver und versucht mehr über die linke Seite zu kommen. Es wird nun mehr das bekannte Hertha-Spiel, welches oft ein wenig einschläfernd wirkt, aber natürlich dem Effekt der Beruhigung des Spiels nachgeht.

Ein verdienter Ausgleich durch Delaney

Dennoch ist damit in der 59. Minute Schluss, da die Nr. 6 des SV Werder, Thomas Delaney, den Ball nach einem misslungenen Kopfball verwandelt. Bibiana Steinhaus muss auch gleich erleben, wie die ganze Hertha-Kurve auf zwei strittige Szenen im eigenen Strafraum mit Pfiffen reagiert. Dennoch bleibt sie ruhig und gibt auch den vermeintlichen zweiten Elfmeter nicht, da der Ball gespielt wurde. Die Schlusspartie ist dann wieder eher ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Bei Werder gibt es dann auch noch eine Premiere zu feiern, denn Werder-Coach Nouri bringt kurz vor Schluss seinen neuesten Transfer ins Spiel: Ishak Belfoldil, der von Standard Lüttich an die Weser kam. Kurz vor Schluss hat noch Hertha-Stürmer Ibisevic die Chance den Sieg zu holen, doch der Ball landet in den Armen von Pavlenka. Danach ist Schluss in einer mittelmäßigen Bundesliga-Partie mit einigen Wendungen und vor allem einer gelungenen Schiedsrichter-Premiere.
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