Die Mode und Schneiderei als Hobby

Ein Artikel von Alica Maria Welzel

Selbstgenähte Bomberjacke (getragen von Selina Behr)

Ich war schon immer kreativ, egal ob im Zeichnen und Malen oder bei der Gestaltung unterschiedlicher DINGE. Und so fand ich auch schnell ein neues Hobby: das Schneidern.

Als ich 14 Jahre alt war, fing ich an, mich mehr mit der Mode auseinanderzusetzen und mich intensiv mit ihr zu beschäftigen. Ich wälzte Modemagazine, recherchierte online und las Bücher zu jedem Thema – Hauptsache, sie hatten irgendetwas mit Mode zu tun. Auch heute gehe ich diesen Tätigkeiten liebend gerne nach und genieße jede freie Minute, in der ich den Alltag vergessen und in die Modewelt eintauchen kann. Nach einiger Zeit dachte ich darüber nach, wie der Prozess der Fertigung eines einzelnen Kleidungsstücks aussehen könnte. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, wie detailliert und aufwendig er war! Ich fing also an ,von meiner eigenen kleinen Nähmaschine zu träumen und meine Kleidung selbst herzustellen. An meinem 15. Geburtstag wurde mein Traum sogar Wirklichkeit. Einige Tage später gingen mein Vater und ich in einen Nähmaschinenladen in Bremen, um uns beraten zu lassen. Wir beide hatten selbst keinen blassen Schimmer von Nähmaschinen. Schlussendlich entschied ich mich für die BROTHER Innov-is 10 Anniversary. Bis heute bin ich sehr zufrieden mit der leichten Handhabung der Maschine und diese wird die nächsten Jahre wohl auch nicht ersetzt werden. Ab dem Kauf an war sie mein kleiner Schatz, der mir viel gebracht hat. Gleich nach dem Kauf fing ich an, ahnungslos drauflos zu nähen, ohne wirklich eine Ahnung zu haben, was ich eigentlich tat. Typisch für mich – ich halte nicht viel von Bedienungsanleitungen, vielmehr möchte ich selbst herausfinden, wie alles funktioniert. In der nächsten Zeit experimentierte ich viel, übte mich an Stofffetzen, machte einen Nähkurs (bei der die schwarze Bomberjacke zustande kam) und las einige Bücher über Schnittmuster und das Nähen allgemein. Schon nebenbei zeichnete ich viele Modeskizzen. Immer wenn ich Zeit fand, versuchte ich neue Dinge. Somit fand das Schneidern und die Mode einen festen Platz in meinem Leben, der bis heute Bestand hat. Bei einem Praktikum an der Hochschule für Künste diesen Jahres kam der metallicfarbene Rucksack zustande.

Gerne und oft finde ich auch Inspiration auf Instagram, auf der Straße und im Alltag. Ich liebe es, durch Stoffläden zu schlendern, um mich inspirieren zu lassen. Häufig sehe ich einen Stoff, der mir sofort ins Auge springt und sehe bereits, was ich daraus machen möchte. Danach schaue ich, ob ich Zuhause ein passendes Schnittmuster finde. Wenn ja, dann gehe ich schlicht und ergreifend danach. Wenn nicht, dann suche ich mir etwas Passendes aus dem Buch „Do It Yourself Couture. Einfach nähen ohne Schnittmuster“ von Rosie Martin aus. Dabei braucht man kein bestimmtes Schnittmuster und kann ein eigenes Kleidungsstück ganz einfach als Vorlage nehmen. Alle Schritte sind einfach und kompakt erklärt. Meistens brauche ich ungefähr ein bis zwei Tage, bis ein Stück fertig ist. Dann sitze ich aber auch schon gerne mehrere Stunden daran. Schließlich passiert es oft genug, dass man Nähte auftrennen muss und das ist ein ganz schöner Zeitvertreib. Wenn ich mal etwas fertiggenäht habe, gehört es aus meiner Sicht dazu, es in Szene zu setzen. Dafür schnappe ich mir meistens meine beste Freundin, die dann das Model spielt, während ich die Fotos schieße.

Jede Gelegenheit kreativ zu sein, nutze ich liebend gerne aus. Daher habe ich für die Mottowoche in der Schule eins meiner Kostüme selbst genäht. Vorher wusste ich genau, was für ein Kleid ich nähen möchte und war daher auf der Suche nach einem passenden Stoff. Da ich nicht unbedingt zu viel Geld für den Stoff ausgeben wollte, habe ich Zuhause nach etwas Passendem gesucht. Nach einer Weile habe ich dann durch Zufall eine alte Leopardendecke gefunden und nach der Einwilligung meiner Eltern durfte ich sie zu meinem Wunschkleid umfunktionieren. Dafür habe ich mich an die Anleitung aus meinem Lieblingsbuch gehalten und ein gut sitzendes Kleid als Vorlage genommen. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden und auch der Stoff war, dank der Decke, sehr kuschelig.

Auch in meiner Zeit nach dem Abitur ist viel im Bereich Mode geplant. Im September werde ich für ein Jahr nach Neuseeland gehen, um dort ein Praktikum im Bereich Mode sowie ein Teilzeitstudium zu absolvieren. Demnach habe ich meine berufliche Laufbahn ebenfalls der Mode gewidmet. Und wer weiß, vielleicht habe ich ja eines Tages die Möglichkeit, mein Hobby zum Beruf zu machen.

Über Wanted 49 Artikel
Jung. Dynamisch. Anders. Frischer Wind in der Medienlandschaft durch Themenvielfalt und Qualitätsjournalismus. Lässig und professionell.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*