Eine Fusion aus Sport und Show – Wrestling

© Marie Hilken

„Powerbomb“ oder „Frontslam“ sind keineswegs Begrifflichkeiten, die man in Deutschland schon oft gehört hat. Für viele Amerikaner klingen diese Worte aber fast wie Musik in den Ohren. Wrestler wie „The Undertaker“, „Bautista“ oder Rey Mysterio sind Megastars und füllen riesige Hallen. Organisiert werden diese Events von der Wrestling Liga „WWE“, die international mit Abstand die größte ist. Den meisten geht es hierzulande so, dass sie den Reiz hinter diesem Event nicht verstehen, da es ja schließlich nicht um eine bessere sportliche Leistung geht, sondern um eine inszenierte Show. Tatsächlich ist es im ersten Moment ungewöhnlich, doch der Schlüssel liegt wohl darin, dass man sich auf die Show einlässt und trotzdem mit den Wrestlern mitfiebert.

Bereits zum fünften Mal gab es ein Wrestling-Event im Dassbeck Sportcenter in Dreye. Zu Gast waren die Kämpfer der „wXw“ (Westside Xtreme Wrestling). Im Jahr 2000 wurde die Wrestlingliga gegründet und zu der Zeit kämpfte man noch in einem selbstaufgebauten Ring auf einer Tanzfläche vor 12 Zuschauern, so die Aussage der wXw-Gründer. Im Dassbeck waren es jetzt schon um die 400 Zuschauer, die der Show der Wrestler gebannt zuschauten. Kämpfer wie „Da Mack“ oder „Bad Bones – John Klinger“,  der übrigens aus Bremen stammt, wirbelten im Ring hin und her. Dabei wurde klar deutlich, dass eine Menge harte und schweißtreibende Arbeit hinter der Show steckt, denn viele der Angriffe wirkten realistisch und schmerzhaft.

Und hier wird diese Sportart zur Kunst: Es muss zwar schmerzhaft aussehen, aber es darf nicht zu ernsthaften Verletzungen führen. Genau dies ist ein großer Bestandteil des Trainings, welches mehrfach pro Woche durchgeführt wird. Die wXw tourt durch ganz Deutschland und hat mehrmals pro Woche Auftritte in verschiedenen Locations. Dabei ist es tatsächlich so, dass es eine eingeschworene Wrestling-Szene gibt, die von mal zu mal mitreisen, da sich die Story der Kämpfe immer weiterentwickelt.

Einer der zahlreichen Kämpfe an dem Abend war der von Tyler Bate, der liebevoll „Der Schnurrbartmann“ genannt wird, gegen seinen Kontrahenten Emil Sitoci. Beide sind natürlich relativ muskulös und breitgebaut. Es folgt der erste Sprung von Tyler Bate, der versucht, Sitoci zu Boden zu ringen. Beim zweiten Anlauf gelingt es ihm und beim Aufprall auf den Ring gibt es Aufschreie aus dem Publikum, da das Krachen in der ganzen Halle zu hören ist.Dennoch kämpft sich Sitoci wieder auf die Beine und die beiden liefern sich ein packendes Duell im Ring, mit dem besseren Ausgang für Tyler Rate, der seinen Gegner drei Sekunden am Ringboden halten kann. Zum Abschluss steht „Der Schnurrbartmann“ mit gestreckter Brust in einer der Ringecken und jubelt dem Publikum zu, welches eindeutig auf seiner Seite war. Dass der Kampf schon vorher entschieden war, vergisst man in diesem Moment völlig. Das Modell der Verquickung von Sport und Show gibt es in Deutschland eher selten und so ist ein solches Wrestling-Event mal eine Möglichkeit, die Wrestler hautnah zu erleben und sich ein eigenes Bild von dem Echtheitsgrad und dem Unterhaltungsfaktor zu machen.

Weitere Infos und Termine unter: 

www.wxw-wrestling.com 

(17.03. wieder im Dassbeck Dreye).

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Die Fotografin und Designerin, die sich mit Begeisterung neuen Aufgaben annimmt und super gerne fotografiert.

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