Mit schwerem Gerät allzeit bereit – THW

Der Ortsverband des THW in Syke ist für alles gerüstet - dennoch gibt es Potential nach oben

Jeder hat schon mal einen Wagen vom THW gesehen oder den Namen gehört. THW steht für die „Bundesanstalt Technisches Hilfswerk“ und ist im Katastrophenfall Gold wert. 80.000 ehrenamtliche THW-Angehörige trainieren und üben viel, um im Notfall bereit zu sein. Doch was bedeutet ein Notfall in diesem Zusammenhang überhaupt und wann rücken die Teams vom THW aus?

Jan-Henning Heckmann ist Zugführer des Ortsverbandes Syke, der neben Syke noch für Weyhe, Stuhr und bundesweit zuständig ist und selbst schon auf eine 20-jährige Mitgliedschaft beim THW zurückblickt. „Das THW hat einige Aufgaben zur Gefahrenabwehr. Dazu zählen zum Beispiel die Gruppen, welche für das Bergen zuständig sind“, erzählt uns der Zugführer und verweist darauf, dass es in Syke drei Gruppen gibt: Die Bergungsgruppe 1 und die Bergungsgruppe 2. Daneben gibt es noch eine Fachgruppe, die sich schwerpunktmäßig mit dem Ausleuchten von Einsatzstellen beschäftigt. Das klingt im ersten Moment relativ abstrakt und ein wenig trocken. „Mit unseren Flutlichtmasten können wir über ein bis zwei Kilometer Straße in der Nacht hell erleuchten und so zum Beispiel bei Bränden unterstützend wirken und für Helligkeit sorgen.“ Die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren ist für Jan-Henning Heckmann ein wichtiger Punkt. „Die Leute von der Feuerwehr sind für uns Kollegen und so arbeiten wir auch zusammen.“ Allerdings gibt es laut Heckmann auch noch Luft nach oben: „Manchmal weiß die Feuerwehr nicht so recht, dass wir mit unserer Expertise und der Spezialisierung an Gefahrenstellen sehr hilfreich sein können. Wir wollen der Feuerwehr natürlich keine Arbeit wegnehmen, aber wenn es um Bergungen, Ausleuchten oder auch Sicherung von Gebäuden nach einem Brand geht, sind wir sehr gut aufgestellt“, berichtet Heckmann.

„Wenn wir ausrücken, ist das Schadensszenario größer“

Im vergangenen Jahr gab es sieben Einsätze für das THW Syke. „Dieses Jahr ist es bisher zum Glück ruhiger“, erzählt Heckmann. Das Besondere an den Arbeiten des THW ist, dass die Einsätze häufig langfristiger angelegt sind. Ein 24-Stunden-Dienst ist da noch kurz, teilweise fallen Arbeiten an, die Wochen dauern können, wie zum Beispiel bei einer Elbüberschwemmung. In solchen Fällen ist es dann auch so, dass Einsatztruppen aus dem gesamten Bundesgebiet mobilisiert werden, um vor Ort zu helfen. „Wir sind alles Spezialisten und somit weisen wir vom THW dann Helfer vor Ort in den Umgang mit Sandsäcken ein“, erzählt Heckmann.

Grundsätzlich sei es so, dass das THW ausrücke, wenn dass Schadenszenario größer sei. Somit ist die Frequenz der Einsätze auch nicht so hoch. Die Einsatzwagen des THW sind demnach auch so strukturiert, dass sie alle wichtigen Materialien und Geräte geladen haben, um im Notfall als einzelne Einheit ausrücken zu können. Dabei hat jeder Ortsverband wieder eine Fachgruppe, in der sich Spezialisten für das jeweilige Gefahrengebiet be nden. „In Bassum be ndet sich die Einsatzgruppe Räumen, da diese einen großen Radlader haben, in Fallingbostel-Walsrode ist die Facheinheit Sprengen. Wenn es um verschüttete Personen geht, kommen die Hunde aus Sulingen.“ Somit arbeitet der THW nicht punktuell, sondern ist unter den Ortsgruppen gut vernetzt. Hier in der Region gibt es immer mal wieder schwere Einsätze, wie einen Einsatz in Delmenhorst, wo die Delme übergetreten ist und so dafür gesorgt hat, dass der Keller des Krankenhauses vollgelaufen ist. Jan-Henning Heckmann erinnert sich noch daran, obwohl der Einsatz schon fast 20 Jahre her ist: „Da mussten wir dann auch mit Notstromaggregaten arbeiten, um die Stromversorgung aufrechtzuerhalten, damit insbesondere die Intensivstation weiter versorgt wurde. Ansonsten haben wir die ganze Nacht mit Pumpen dafür gesorgt, dass der Pegel im Keller nicht zu hoch wurde.“ Das THW hat auch eine Jugendgruppe, die in Syke eine Anzahl von 30 Jugendlichen aufweist und sich immer über junge Retter freut. Aber auch die Erwachsenen suchen noch Verstärkung für ihre Gruppen.

Wer sich genauer informieren möchte, kann dies donnerstags im Zeitraum von 19:00 – 22:30 Uhr auf dem Gelände des THW in Syke tun (Barrier Stra- ße 46). Übungen finden am ersten und dritten Dienstag und am letzten Samstag im Monat statt. Infos gibt es auch auf der Homepage: www.thw-syke.de oder bei Fragen direkt per Mail an: ov-syke[at]thw.de

Über Florian Krüger 55 Artikel
Der Chefredakteur, der den Stift immer zur Hand hat und vor lauter Ideen fast das Schreiben vergisst - aber hat ja geklappt! Voilà ...

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