Temperament+Lebensfreude = Le Club

Sobald sich der Vorhang im GOP Varieté Theater in Bremen öffnet, geht es für den Zuschauer in eine ganz andere Welt. Wer noch nicht die Gelegenheit dazu hatte, das Afrika kennenzulernen, wie es in der Künstlerszene vor Ort gelebt wird, der kann es bei Le Club zwei Stunden lang hautnah erleben. Es ist schrill, laut und hinterlässt mächtig Eindruck.
Einer der beiden Regisseure, Markus Pabst betont genau diesen Punkt: „Es war uns allen wichtig, ein Stück zu entwickeln, welches auch den Künstlern echt vorkommt. Uns ging es nicht um Klischees, sondern darum, wie unsere Künstler das moderne Afrika erleben.“ Das Ensemble besteht aus 13 Akteuren, die ihre Wurzeln alle auf dem afrikanischen Kontinent haben. „Eine große Herausforderung waren auch die Sprachbarrieren, denn unsere Künstler kommen aus den unterschiedlichsten Ländern und somit wurde das ganze Team vor einige Herausforderungen gestellt“, erzählte Markus Papst, der zusammen mit Pierre Caesar Regie führt. Aber auch die anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten konnten schnell durch eine einheitliche Sprache beseitigt werden: den Rhythmus.
Während der Show geht es hoch her (das ein oder andere Mal auch im wahrsten Sinne des Wortes), sodass wenig Zeit zum Reflektieren bleibt. Dafür ist im Anschluss an den Abend noch eine Menge Zeit, denn die Show wirkt nach. Die Übergänge zwischen den Akrobaten sind humorvoll gelöst und die musikalische Untermalung von Ava Diarra, Noutie Coulibaly, Boureima Kamate & Abou Diarra trifft den Kern der Show und verleiht den Auftritten das besondere Feeling. Ganz normal ist es (vor allem für eine Premiere), dass den Künstlern und Akrobaten nicht jede Aktion gelingt. Besonders authentisch war es jedoch, dass solch kleine Fehltritte auf der Bühne mit einer humorvollen Art überspielt wurden. An der Stelle transportiert das Stück wohl auch diesen tieferen interkulturellen Kern, der hier ganz nebenbei rüberkommt, aber dadurch mächtig Wirkung hinterlässt. Pierre Caesar ist einer der beiden Regisseure und fasst das Stück ganz passend zusammen: „Wenn jeder die Show mit einem Lächeln verlässt und versucht, einen Teil des Lebensgefühls in seinen Alltag zu integrieren, dann können wir alle zusammen viel bewegen.“
Auch wenn die Worte im Angesicht der aktuellen internationalen Politik sehr ernst sind, ist die Show so herrlich leicht und unbeschwert. Ob der lustige Jongleur Girma Tsehai oder die Seiltänzerin Angel Caycedo Casierra. Jeder der Artisten und Musiker bringt seine eigene Persönlichkeit mit auf die Bühne und als am Ende alle zusammen tanzen und gar nicht mehr von der Bühne wollen, erhebt sich das ganze Publikum mit  Standing Ovations – ein besonderer Moment für eine besondere Show.
Le Club „Africa unplugged“ läuft noch bis zum 10. September und die Karten können online bestellt werden oder über die Tickethotline: 0421 89898989.
Über Florian Krüger 65 Artikel
Der Chefredakteur, der den Stift immer zur Hand hat und vor lauter Ideen fast das Schreiben vergisst - aber hat ja geklappt! Voilà ...

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*