Wanted #1 – Frank Seidel

Frank Seidel ist ein wahrer „Urweyher“ und hat einiges zu erzählen. Der gestandene Vater von drei Kindern fällt sofort ins Auge und fast jeder kennt ihn. Und das vor allem aufgrund seines großen sozialen Engagements, mit welchem er seit Jahren die Gemeinde bereichert. Fraktionsvorsitzender der SPD, stellvertrender Bürgermeister, Streetwatcher der ersten Stunde, Fußballtrainer beim SC Weyhe – das sind nur einige Ehrenämter, die er neben seinem Job als Immobilienmarkler innehält.

Wir vom Wanted-Magazin trafen ihn im Rahmen unserer neuen Serie „Wanted“, in der wir in jeder Ausgabe einen „regionalen Helden“ vorstellen werden – und Frank war somit unser Versuchskaninchen und hat sich meisterlich geschlagen.

Eine unglaubliche Geschichte …

Als wir zusammensaßen und über sein facettenreiches Leben redeten, kam Frank Seidel auf seine Urlaube in Südafrika zu sprechen. So viele Erlebnisse und Eindrücke verbindet er damit, doch am besten erinnert er sich an eine wirklich unglaubliche Geschichte, die er uns lebhaft erzählte: „Die Geschichte ist schon eine Weile her, dass muss so 2001 gewesen sein. Aber trotzdem erinnere ich mich noch daran, als ob es gestern wäre. Ich bin zu einem WM-Qualifikationsspiel zwischen Südafrika und Burkina Faso gefahren. Da ich die Mannschaft aufnehmen wollte, bin ich zu deren Mannschaftsbussen vorgedrungen. Ich hatte ein Werder-Trikot an und so einen Schlapphut auf. Zum Filmen hatte ich eine kunterbunte Kamera mit und hab dann einfach draufgehalten.

Im Gedränge ging ich dann einfach hinter den Spielern her und das Verrückte war, dass mich keiner der Secrurityleute aufhielt. Kein Presseausweis war nötig, sondern einfach die Tatsache, dass ich mit einer Videokamera rumlief, reichte aus. Unfassbar, wenn man an deutsche Stadien und ihre Sicherheitsstandards denkt. Irgendwann stand ich dann vor der Spielerumkleide und nach einiger Zeit bin ich sogar mit ihnen durch den Spielertunnel gegangen. Die ganze Zeit habe ich gedacht, dass mich gleich je- mand auffliegen lässt, aber es passierte nichts. Nicht einmal dann, als ich tatsächlich hinter den Spielern raus in das fast ausverkaufte spätere WM-Stadion ging.

Ich habe mich dann einfach auf einen der Presseplätze gestellt und weitergefilmt. Irgendwann war zwar mein Akku leer, aber ich musste ja weiterhin so tun, als ob ich filmen würde. In der Halbzeit kam dann ein Sicherheitsbeamter auf mich zu und ich dachte, dass es jetzt vorbei wäre. Aber der drückte mir ernsthaft nur zwei Getränkemarken in die Hand und ging wieder.

So habe ich bis zum Ende dort gestanden und als es vorbei war, noch mit den Spielern geschnackt. Einer spielte bei Stuttgart und dem habe ich noch die Bundesliga-Ergebnisse auf dem Handy gezeigt und ein Ersatztrikot abgestaubt. Das war sicher einer meiner aufregendsten Tage.“

Nicht nur konsumieren …

Frank Seidel ist schon lange in der Kommunalpolitik unterwegs und dieses Interesse kommt aus seiner Kindheit. Schon früh begann er sich für politische Themen zu interessieren, las die Zeitung und schrieb Leserbriefe. „Es war für mich keine Anstrengung, sondern einfach meiner Neugierde an dem aktuellen politischen Geschehen geschuldet“, berichtet Frank Seidel.

Doch wie kommt man schon in jungen Jahren darauf? Prompt hat er eine Antwort parat: „Für mich begann das alles eigentlich mit der Raketenaufrüstung der NATO im Ost-West-Konflikt. Ab da wusste ich, dass ich aktiv mitgestalten wollte.“ Da ihm jedoch das Mitgestalten auf der großen politischen Ebene schwerfiel, entschied er, sich für seine Gemeinde einzusetzen. „Für mich war mir meine Heimat schon immer wichtig und von daher war es für mich auch klar, dass ich mich engagiere.“ Frank Seidel fordert dazu auf, sich nicht nur von seiner Umwelt berieseln zu lassen, sondern selber etwas anzupacken. „Nicht nur konsumieren, sondern aktiv engagieren und solidarisch sein“, waren seine Worte.

Wanted – Kriminalakte:

Frank Seidel gab zuerst vor, eine weiße Weste zu haben. Später ergaben jedoch unsere Recherchen und ein Tipp von ihm selbst, dass er Nazi-Sticker überklebt habe. Außerdem habe er Musik illegal runtergeladen, was aber nach eigenen Angaben schon so lange her ist, dass es verjährt sei.

Über Florian Krüger 66 Artikel
Der Chefredakteur, der den Stift immer zur Hand hat und vor lauter Ideen fast das Schreiben vergisst - aber hat ja geklappt! Voilà ...

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