Wanted #3 – Robert Steinbicker

Was haben „AufMUCKEn gegen Rechts“ und ein Ironman in Kopenhagen gemeinsam? Eigentlich nichts. Doch Robert Steinbicker hat beides gemacht und ist auch daneben sehr engagiert in Weyhe.

Gerade ist der 36-jährige Feuerwehrmann Familienvater geworden. Eine kleine Tochter hält ihn ab jetzt ordentlich auf Trab. Trotzdem will er weiter so aktiv bleiben und hat einige Ambitionen für die Zukunft. Doch fangen wir erstmal von vorne an … Der Grundstein für sein großes Engagement hat sich während seiner Schulzeit entwickelt. „In meiner Schulzeit gab es eine sehr coole Dynamik in der Weyher Jugend“, berichtet uns Steinbicker und erinnert sich dabei an viele Geschichten. Einmal hieß es, dass alle eine Nacht zelten wollten und prompt waren am selben Abend über 50 Zelte auf einer Wiese aufgebaut worden. „Es gab einen sehr großen Zusammenhalt“, schwärmt der Familienvater. Diesen Zusammenhalt machte er sich dann mit einigen anderen Jugendlichen zu Nutze und rief die wohl erfolgreichste Konzertreihe, die es in Weyhe jemals gab, ins Leben.

Mitbegründer von AufMUCKEn gegen Rechts

Der eigentliche Anlass war jedoch auch der Kern der Konzertreihe. „Zu der Zeit um 2001 gab es noch vermehrt rechtsextremes Gedankengut in Weyhe und dagegen wollten wir etwas tun“, erzählt Robert Steinbicker von den Anfängen der Konzertreihe. Zu Beginn waren sie ein sehr großes Gründungsteam und haben gleich das erste AufMUCKEn zu einem großen Erfolg gemacht. „Früher war es für uns selbstverständlich, dass wir es unterstützen würden, wenn es etwas in Weyhe gab…“ Mit den Jahren kamen immer größere Bands und so fanden neben den zahlreichen regionalen Bands auch Künstler wie „Mono & Nikitaman“ ihren Weg nach Weyhe.

Die Message war so deutlich, dass die Nazis in Weyhe tatsächlich weniger wurden und die Demos bald gar nicht mehr stattfanden. So wurde eine großartige kulturelle Veranstaltung an eine klare politische Aussage geknüpft – und es funktionierte perfekt. Mit den Jahren dezimierte sich jedoch das Organisationsteam und auch die Zuschauer wurden weniger. Mitlerweile beschreibt sich Robert Steinbicker als „letzter Mohikaner“. Er organisierte das letze AufMUCKen-Konzert fast alleine. Doch das soll sich in Zukunft ändern und so möchte er einen neuen kulturellen Raum in Weyhe erschaffen. Spruchreif sei aber noch nichts und so können wir gespannt sein, was sich da tun wird. Das Wanted-Magazin wird auf jeden Fall dranbleiben …

Ein echter Ironman!

Schon in frühen Jahren fühlte sich Robert Steinbicker im Wasser zuhause und schwamm zusammen mit seinen Trainingskollegen viele Bahnen. Nun hat er sein sportliches Spektrum um zwei Sportarten erweitert und begeistert sich für den Triathlon. „Ich kam mit ein paar Kumpels darauf, bei einem Ironman zu starten.“ Das bedeutet 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und 42km laufen. Im letzten Jahr war es dann soweit. Er ging beim Ironman in Kopenhagen an den Start. Nach über 11 Stunden erreichte er überglücklich die Ziellinie. „Mehr als ein Jahr habe ich sehr viel dafür trainiert und hatte zwischenzeitlich echt keinen Bock mehr.“ Gelohnt hat es sich trotzdem und so möchte er weiterhin dranbleiben. Dieses Jahr möchte er jedoch nur seinen deutschen Meistertitel im Triathlon bei der Feuerwehr verteidigen.

Wanted-Kriminalakte:

Ein einschneidendes Erlebnis kann er sich noch sehr gut erinnern. 2001 gab es eine Nazi-Demo in Weyhe und er hatte eine Gegendemo mit zahlreichen Anderen organisiert. Auf dem Wochenmarkt haben sie dann alle Eier und Tomaten aufgekauft. Den Rest kann sich wohl jeder denken …!

Über Florian Krüger 75 Artikel
Der Chefredakteur, der den Stift immer zur Hand hat und vor lauter Ideen fast das Schreiben vergisst - aber hat ja geklappt! Voilà ...

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