Was geht in 2018?

Ein Interview mit den Bürgermeistern aus Weyhe, Stuhr und Syke

Weyhe – Dr. Andreas Bovenschulte

Bovenschulte

Geben Sie uns einen kleinen Überblick für das Jahr 2018! In jedem Fall wird das wieder ein arbeitsreiches Jahr werden. Der Ausbau der Kindertagesbetreuung wird uns auch weiterhin beschäftigen. Gerade geht der Bau von drei neuen Krippen- bzw. Kindergartengruppen am Neddernfeld (beim Freibad) in die Schlussphase, da planen wir schon den zweiten Bauabschnitt mit drei weiteren Gruppen für das Kita-Jahr 2018/19. Und ich gehe davon aus, dass damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Ein seit längerem geplantes Großprojekt wird voraussichtlich mit Beginn der Sommerferien 2018 in die Realisierungsphase eintreten: die Generalsanierung der in die Jahre gekommenen KGS Leeste. Das Projekt wird das größte Bauprojekt der Gemeinde Weyhe seit dem Neubau der KGS Kirchweyhe werden und uns einige Jahre begleiten. Am Ende soll eine Schule stehen, die baulich wieder auf der Höhe der Zeit ist und möglichst optimale Lern- bedingungen für alle Schülerinnen und Schüler bietet. Vorangehen soll es auch mit der Ortskernentwicklung in Leeste. Insbesondere ist hier die Neugestal- tung des Henry-Wetjen-Platzes zu nennen. Ziel ist es, Ende 2018 der Öffentlichkeit einen schicken Platz zu präsentieren, dem dann zwar noch einige Gebäude fehlen – der am Platzrand geplante Neubau der Gemeindebibliothek wird sich noch etwas hinziehen –, der aber schon wesentlich zur Verbesserung der vielbeschworenen Aufenthaltsqualität in Leeste beiträgt.

Worauf freuen Sie sich im Jahr 2018 am meisten?Wenn ich mich auf das beschränke, was unsere Gemeinde betrifft: Ich freue mich ganz besonders auf die vielfältigen Veranstaltungen und Events, die unser Stadtmarketing, unser Kulturbüro und unsere Jugendpflege, aber auch unsere zahlreichen Verbände und Vereine im nächsten Jahr wieder auf die Beine stellen werden. Ich nenne als Stichworte nur mal Frühjahrs- und Herbstmarkt, Summer in the City, Bahnhofsfest, Streetfood Festival, Hollandmarkt, Hafenfest, Weinfest oder Weyhe total. Das zeigt doch einmal mehr, dass Weyhe eine lebendige Gemeinde ist und hier richtig was passiert. Ich freue mich auch sehr auf die „Nacht der Jugend“, die wir im nächsten Jahr erstmalig im Rathaus veranstalten wollen.

Was sind mögliche Highlights für die Bürger der Gemeinde Weyhe? Sicherlich die eben genannten Veranstaltungen und viele andere mehr. Aber ich denke, dass zum Beispiel auch die Neugestaltung des Henry-Wetjen-Platzes in Leeste oder die Sanierung des Sudweyher Bahnhofs Dinge sind, die viele Menschen in Weyhe interessieren.

Gibt es Herausforderungen in 2018, die angegangen werden sollen? Wenn ja, welche? Oh ja, da gibt es etliche. Es ist gut, dass das erste und zweite Kindergartenjahr im nächsten Jahr beitragsfrei gestellt werden sollen. Aber als Gemeinden müssen wir darauf achten, dass das für unseren Haushalt kein finanzielles Desaster wird. Harte Verhandlungen mit dem Land sind da vorprogrammiert. Ein zentrales Thema wird auch weiterhin die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in Weyhe sein. Derzeit ist die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt deutlich größer als das Angebot. Darunter leiden insbesondere Menschen mit eher geringen Einkommen. Auch wenn die kommunalen Handlungsmöglichkeiten der Kommunen begrenzt sind, wollen wir uns als Gemeinde hier nicht wegducken. Das gilt auch für das Thema Verkehr. Wir sind gerade dabei einen neuen Verkehrsentwicklungsplan aufzustellen, in dem aufgezeigt werden soll, wie mit den vielfältigen Problemen, also Lärm, Abgase, Stau, Parkplatznot und zu schnelles Fahren, künftig umgegangen werden soll. Natürlich werden wir keine Patentlösungen liefern können, weil auch hier die kommunalen Handlungsmöglichkeiten sehr begrenzt sind. Aber klar ist, dass es ohne eine Stärkung des Umweltverbundes aus ÖPNV und Rad nicht gehen wird.

Ein besonderes Augenmerk schließlich werden wir im Jahr 2018 auf die Entwicklung des Dreyer Ortskerns legen. Wir werden weiter Druck machen, dass die dort vorhandenen Schrottimmobilien durch eine vernünftige Bebauung ersetzt werden.

Stuhr – Nils Thomsen

StuhrGeben Sie uns einen kleinen Überblick für das Jahr 2018! Die Regierungsbildung in Niedersachsen hat recht zügig funktioniert und die Umsetzung der Inhalte der Koalitions- vereinbarungen in konkrete Regelungen erwarten wir mit Spannung. Die Regierungsbildung auf Bundesebene wird dauern und die Vermutung, unsere fast 300 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer müssen in 2018 einen Sonntag im Wahllokal verbringen, kann noch nicht widerlegt werden. An vielen Stellen in unserer Gemeinde wird gebaut. Das sichert im Ergebnis unsere gute Infrastruktur, bringt in einigen Phasen aber auch Belastungen mit sich. Insbesondere die weitere Sanierung der A1 wird das ganze Jahr auch unser Straßennetz belasten. Und leider für manchen Stau sorgen. Insbesondere in unsere Schulen und Kindertageseinrichtungen werden wir 2018 weiter investieren und damit auch zukünftig für gute Rahmenbedingungen in der Bildung und in der Betreuung sorgen. Bürgerinnen und Bürger können sich auch 2018 auf schnelle und zuverlässige Dienstleistungen im Rathaus verlassen.

Worauf freuen Sie sich im Jahr 2018 am meisten? Am meisten freue ich mich auf die Einweihung der neuen Kindertagesstätte in Neukrug im August 2018.

Was sind mögliche Highlights für die Bürger der Gemeinde Stuhr? Ich kann mir vorstellen, unsere Bürgerinnen und Bürger freuen sich im nächsten Jahr auf ganz unterschiedliche Highlights. Dazu gehören große und kleine Ereignisse. Von dieser Vielzahl gehört bestimmt auch Manches zum Angebotsspektrum der Gemeinde. Unsere vielen Kulturveranstaltungen im Rathaus und auf dem Gut Varrel werden dabei sein, genauso wie das Stuhr Open Air. Die Schützenfeste und Märkte, Tag der Regionen, Erntefeste, Feuerwehrveranstal- tungen und sportliche Ereignisse (in Stuhr oder z.B. bei der Fußballweltmeisterschaft) und vieles mehr sind beliebt und gehören zu unserem Gemeindeleben dazu.

Gibt es Herausforderungen in 2018, die angegangen werden sollen? Wenn ja, welche?Die aus Sicht der Eltern sehr zu begrüßende Gebührenfreiheit für den Kindergartenbesuch muss so geregelt sein, dass die Kommunen nicht zusätzlich belastet werden. Ganz konkret ausgedrückt darf nicht passieren, dass sich der bereits jetzt jährlich von der Gemeinde Stuhr aufzubringende eigene Anteil weiter erhöht. Wir erwarten vom Land Niedersachsen also einen fairen Ausgleich. Daneben ist auch 2018 eine gute wirtschaftliche Lage von großer Bedeutung. Für uns als Gemeinde umso mehr, als wir fast alle Aufgaben aus unseren Steuereinnahmen nanzieren müssen. Diese Abhängigkeiten nicht noch stärker werden zu lassen, wird alle politisch Verantwortlichen in unserer Gemeinde sehr fordern.

Syke – Suse Laue

Syke

Geben Sie uns einen kleinen Überblick für das Jahr 2018! Projekte der Stadt Syke im nächsten Jahr: Einrichtung einer weiteren Grundschule für 8 Klassen (Jahrgänge 1-4) im Syker Stadtgebiet zum Schuljahres- beginn 2018. Für die notwendigen baulichen Änderung an der GTS 2001 zur Einrichtung eines Grundschul- zweiges werden im Haushalt 171.000,- € eingestellt. Für Ausstattung und Datennetz noch einmal 110.000,- €. Planung der Erweiterungen der Grundschulen in den Ortschaften Barrien (250T € Planungskosten) und Heiligenfelde (200 T€ Planungskosten) für eine Ganztagsbetreuung und Sanierung des Hallenbades. Hier wird ein Arbeitskreis aus Vertretern von Politik und Vereinen eine Entscheidung zur Sanierung vorbereiten und dem Rat der Stadt Syke im ersten Halbjahr 2018 vorlegen. In den Haushalt 2018 werden für die Ausschreibung der Planungsleistung Haushaltsmittel von zunächst 1 Mio € eingestellt. Mit dem Nachtrag im Sommer 2018 sollen dann die gesamten Sanierungskosten veranschlagt werden. Bau des gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses für die Ortswehren Ristedt und Gessel. Für den Bau des Feuerwehrgerätehauses sind insgesamt 1,34 Mio € eingestellt. Vermarktung von 94 T m2 im neuen Gewerbegebiet Hinterm Bahnhof IV in Syke Beteili- gung an einer Wohnbaugesellschaft, um in Syke für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums zu sorgen. Im Rahmen der Wegerandstreifenentwicklung in der W.i.N.-Region haben sich die Kommunen Stuhr, Weyhe und Syke dazu entschlossen, eine Flächenpotenzialanalyse durchzuführen, um kommunale Flächen von Wegeseitenrändern zur ökologischen Aufwertung zu identifizieren. Der Flächennutzungsplan soll geändert werden im Hinblick auf mögliche Standorte für Wind- energieanlagen. Für die Flächennutzungsplanung Wind wurde eine Summe eingestellt, um eine Ausschreibung der Planungsleistung vorbereiten zu können. Erschließung von Baugebieten in der Syker Kernstadt.

Worauf freuen Sie sich im Jahr 2018 am meisten? Ich freue mich, wenn die Stadt die Projekte für das Jahr 2018 realisiert und dabei die Haushaltslage der Stadt Syke nicht in eine Schieflage gerät. Privat freue ich mich in 2018 darauf, auch Zeit mit meiner Familie verbringen zu können… Und meine nächste Radtour zu planen.

Was sind mögliche Highlights für die Bürger der Stadt Syke? All die Projekte kommen den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Syke grundsätzlich zu Gute. Was erwartet wird, sind die Ausweisung von Baugebieten in der Kernstadt Syke. Außerdem haben wir eine große Nachfrage nach Gewerbegrundstücken in Syke, denen wir mit der nun möglichen Vermarktung von Grundstücken des Gewerbegebietes nachkommen können. Für die Bürgerinnen und Bürger direkt spürbar werden die beitragsfreien Kindergartenjahre für ihre Kinder sein. Nach dem Koalitionsvertrag, den die Regierungsparteien SPD und CDU im Land geschlossen haben, soll diese Beitragsfreiheit bereits zum Kindergartenjahr 2018 beginnen. Dies ist eine große finanzielle Erleichterung für alle Eltern.

Gibt es Herausforderungen in 2018, die angegangen werden sollen? Wenn ja, welche? Genau diese Beitragsfreiheit wird die Herausforderung für die Stadt Syke sein. Machen derzeit die Elternbeiträge 17% an den Gesamtkosten aus für die noch beitragspflichtigen Kindergartenjahre (das letzte ist bereits beitragsfrei), wird dieser Anteil an den Gesamtkosten mit Beginn des Kindergartenjahres 2018, also ab August 2018, wegfallen. Die Stadt Syke investiert derzeit bereits abzüglich von Zuschüssen des Landes und der Elternbeiträge 6,5Mio. € in die Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten. Das machen wir selbstverständlich gerne. Eine gute und den Anforderungen entsprechende Kinderbetreuung zu gewährleisten ist erklärtes Ziel der Stadt Syke. Bei Wegfall der Gebühren wird der Gesamtzuschussbedarf größer, was den Haushalt – auch zu Lasten anderer Projekte – belastet. Hier ist das Land gefordert, an die Städte und Gemeinden einen am Aufwand für die Kinderbetreuung sich orientierenden Betrag auszuzahlen. Dies zu fordern, sehe ich als Aufgabe an und wird von den kommunalen Spitzenverbänden eingefordert. Eine Herausforderung für den Haushalt ist die vom Land festgelegte Beitragsfreiheit für die Kommunen allemal. Ich gehe auch davon aus, dass bei einer Beitragsfreiheit längere Betreuungszeiten in Anspruch genommen werden. Die Herausforderung für die Stadt Syke besteht dann darin, entsprechend der dann in Anspruch zu nehmenden Betreuungszeiten Personal und möglicherweise auch neue Räumlichkeiten bereit zu stellen. Sofern das Land keine analoge Regelung für die Tagesmütter und –väter trifft, wird die Betreuung durch diese dann weiterhin kostenp ichtig sein. Damit wäre dieses hervorragende Betreuungsangebot für zumindest einige Eltern unattraktiv, sodass die Kinder dieser Eltern sicherlich ihre Kinder ebenfalls in den Kindertagesstätten anmelden werden. Auch hier besteht dann für die Stadt Syke die Herausforderung, mehr quali ziertes Fachpersonal zu nden und einzustellen. Bei Erzieher*innen besteht bereits jetzt großer Fachkräftemangel.

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