Zum Lernen in die Modemetropole London

Nachdem ich im Februar diesen Jahres wieder deutschen Boden betreten habe, hielt es mich nicht lange in der Heimat. Nachdem ich meine Freunde und Familie wiedergesehen habe und in Deutschland ein wenig rumgetingelt bin, war die Zeit zu Hause auch schon wieder vorbei und ein neues Abenteuer erwartete mich. Endlich! Dieses Mal hieß es: Drei Monate London!

Mitte März ging mein Flieger dann also Richtung Großstadtgewimmel und Hochhäuser. Das komplette Gegenteil zu Neuseeland. Ich hatte mich für drei verschiedene „short courses“ an der University of the Arts eingeschrieben und konnte es kaum erwarten, meine grauen Zellen mal wieder zum Dampfen zu bringen. Nach der ersten Woche voller Sightseeing und Eingewöhnungsphase fing mein erster Kurs auch schon an. Beim „Editorial Styling and Creative Direction“-Kurs befassten wir uns für drei Wochen von morgens bis abends mit dem Styling für ein Fashion Shoot, die Leitung des jeweiligen Shoots und natürlich der Geschichte des Stylings etc. Dabei gab es viel Theorie und Informationen, die man erstmal im Kopf ordnen musste. Dennoch war das die Grundlage für unsere Shoots, die wir selbst leiten und gestalten durften, was wahnsinnig viel Spaß gemacht hat. Für das erste Fotoshooting wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, die ungefähr die selben Ideen für das Shooting hatten. Schritt für Schritten sprachen wir alles im Detail durch.

Unter welchem Thema läuft das Shooting? Welche Farbplatte, welches Make-up wollen wir passend zu den Klamotten? Welcher Hintergrund ist passend? Und noch vieles mehr. Man glaubt gar nicht, was alles bei der Ideen ndung und Planung dazugehört. Wir als Gruppe waren ebenfalls für die Klamotten verantwortlich. Mit ein paar kleinen Tipps und Tricks haben wir es gemanaged, einen Haufen an Klamotten zu organisieren. Der Tag des Shootings hat total viel Spaß gemacht. Jeder aus unserer Gruppe hatte die Möglichkeit, mindestens ein Outfit zu stylen. Die Stimmung am Set war super.

Maske aus Steck- und Sicherheitsnadeln

Außerdem hatten wir noch ein individuelles Shooting, bei dem wir die Freiheit und Möglichkeit hatten, unserer Kreativität freien Lauf zu lassen. Extra für das Shooting habe ich am Wochenende vorher eine Maske aus Steck- und Sicherheitsnadeln und Büroklammern gebastelt. Auch wenn wir nur im Studio geshootet haben, durften wir uns im Gebäude bewegen. Demnach hatte ich mich für den Fahrstuhl entschieden und ich war mehr als zufrieden mit der Entscheidung und den Ergebnissen.
Ein paar Wochen später fingen auch schon meine anderen zwei Kurse an. Bei dem „Art Direction for Fashion“- Kurs geht alles um die detaillierte Planung eines kommerziellen Fotoshoots. Während des Kurses werden wir individuell unser eigenes Shooting planen.

Welche Location? Welche Models? Welcher Fotograf? usw. All das wird am Ende im Kurs vorgestellt. Allerdings werden wir das Shooting leider nicht durchführen. Mein dritter und letzter Kurs geht in eine etwas andere Richtung, welche ich aber trotzdem wahnsinnig spannend finde. Beim „Set Design for Performance“- Kurs geht alles um das Bühnenbild. Unsere Kursleiterin hat uns ein Play (In the Shadow of the Glen von J. M. Synge) vorgegeben, für welches wir im Laufe des Kurses ein Bühnenbild entwerfen und in Miniatur umsetzen werden. Bevor wir mit dem Basteln jedoch anfangen, haben wir das Stück analysiert und besprochen, aus welchen Parts wir unsere Inspirationen herausholen können.

Das ist manchmal gar nicht so einfach und bedeutet viel Recherche und genaues Lesen. Ich bin schon ganz gespannt auf das Endresultat. Vom jetzigen Zeitpunkt aus würde ich sagen, dass London eine sehr gute Entscheidung war. Ich konnte nicht nur bisher einen super Einblick in die Modewelt erhaschen, sondern konnte meiner Kreativität auch mal wieder freien Lauf lassen und habe dabei viele inspirierende Menschen getroffen.

Kurse am London College of Fashion

von Alica Maria Welzel

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