„Alles wirkte so surreal“

Entdeckungsreise durch China

Immer wieder, wenn ich an unsere Reise nach China zurückdenke, schwelge ich sofort in unglaublichen Erinnerungen und möchte nichts lieber, als eines Tages nochmal zurückzukehren. Es war so vieles anders und kaum vorstellbar, aber es hat meinen Horizont erweitert.

Seit dem Herbst 2013 bot unsere Schule (Willms-Gymnasium) einen Chinesischkurs an und interessierte Schüler hatten hier die Möglichkeit, wöchentlich etwas über das Land mit den weit über 1 Milliarde Bewohnern zu erfahren. Als großes Highlight stand dann am Ende die Chinaexkursion auf dem Programm, wo wir uns während des Unterrichtes drauf vorbereiteten.

Vorher bekamen wir auch noch einen chinesischen Austauschschüler. Dieser hieß Kaining und brachte uns schon im Vorhinein auf den Geschmack, China zu bereisen. Auch spürte man schon, dass uns in China eine völlig andere Kultur erwarten würde. Und so rückte der große Tag der Abreise immer näher …

Unsere Unterkunft in der ersten Woche lag direkt im Zentrum von Peking und so konnten wir von unserem Fenster das Treiben auf den Straßen beobachten. Zu jeder Tageszeit sah man Menschen und tagsüber strömen wirklich gewaltige Massen durch die Straßen. Auffällig ist eine sehr konträre Mischung der Läden im Zentrum.

Hier reihen sich große westliche Marken aneinander, aber auch kleine chinesische Einkaufsgassen mit traditionellen Produkten findet man immer wieder. Hier kann man den besten Tee kaufen und vor allem in den verschiedensten Sorten. Die große Militärpräsenz auf den Straßen zeigte uns jedoch auch, dass Peking, als Hauptstadt von China, ein Ballungszentrum mit über 11 Millionen Einwohnern ist. Hier trifft Arm auf Reich und der chinesische Arbeiter geht neben dem Geschäftsmann, der in einer der führenden Technologieunternehmen arbeitet.

Als wir in Shanghai ankamen, blieb einem gar nichts anderes übrig, als erstmal mit offenem Mund stehenzubleiben und die Kulisse auf sich wirken zu lassen. Schnell schloss man jedoch automatisch wieder den Mund, weil der Smog schon spürbar in die Lunge drang. Das erste Mal verstanden wir wirklich, warum viele Chinesen mit einem Mundschutz durch die Straßen laufen. In Shanghai faszinierte mich vor allem die Skyline – es wirkte im Nachhinein fast alles ein wenig surreal. Ein bisschen so wie eine fantastische Stadt aus der Zukunft.

 

Die Architektur ist teilweise ganz anders als bei uns und irgendwie gewaltiger. Das beste Beispiel hierfür ist das World Trade Center auf dem Skywalk. Einige Einheimische erzählten uns bei einem Besuch, dass sie das Gebäude den „Flaschen- öffner“ aufgrund seiner Form nennen würden.

Wir fuhren mit einer der schnellsten Fahrstühle bis ganz nach oben und waren wirklich geflasht von dem Ausblick über die Stadt. Hier sein Büro zu haben, wäre ein Traum für die Zukunft …

Neben diesen beiden bekanntesten Städten machten wir noch einige Tagesausflüge ins Umland. So besuchten wir die „schiefe Pagode“, welche das Wahrzeichen der Stadt Suzhou ist. Suzhou wird auch das Venedig des Ostens genannt. Die riesigen Teeplantagen für grünen Tee in Hangzhou haben uns alle beeindruckt, alleine schon durch die satten, grünen Farben, aber vor allem durch den unglaublich guten Geschmack (am besten noch mit getrockneten Aprikosen aufkochen lassen).

Was uns an der Mentalität der Chinesen besonders auffiel war, dass sie nicht „nein“ sagen können. Vielleicht liegt es daran, dass es noch nicht einmal ein Wort dafür im Chinesischen gibt. Auf der anderen Seite gehört es aber auch zur Kultur und soll Ausdruck der Freundlichkeit sein. So war es schon amüsant zu sehen, wie ein Chinese uns versuchte den Weg zu erklären, obwohl er sich auch gar nicht auskannte. Der typische Europäer hätte wohl gesagt: „Tut mir leid, aber das weiß ich auch nicht.“ Doch dieser chinesische Mann irrte mit unser Gruppe zusammen über eine Stunde durch die Gegend, nur um nicht „nein“ sagen zu müssen.

Außerdem hatte unsere Gruppe einen Auftritt vor dem Chor der roten Sonne im Beihai-Park in Peking. Dort haben wir zusammen mit anderen Chinesen traditionelle deutsche Lieder gesungen, wie z.B. Bruder Jakob im Kanon. Einer der wichtigsten Dinge möchte ich zum Schluss noch ansprechen – das Essen. Nein, es ist nicht wie beim typischen Chinaimbiss … Zum Beispiel isst man die Suppe immer erst nach dem Essen und man bestellt sich gemeinsame Portionen, von denen sich jeder etwas nehmen kann. Natürlich habe ich mein Leibgericht auch mit Stäbchen gegessen (Ente mit dünnen Reisbrotfladen und süßer Sojasauce). Man muss es einfach selbst probiert haben …

– Dario Scholz (18)

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