Sprintstar: „Das große Ziel ist Olympia“

Auf dem Weg nach Rio

Sie gehört zur absoluten deutschen Spitze im Sprint und sorgte bei den letzten Deutschen Meisterschaften für ordentlich Furore – Bronze über 100 Meter und Silber über 200 Meter. Damit löste sie das WM-Ticket und fuhr nach Peking.

Die Olympianormen für Rio 2016 wurden bekanntgegeben. Inwiefern ist das ein Thema für dich?

Olympia ist der Traum eines jeden Sportlers und so auch meiner. Allerdings ist die Norm über meine Paradestrecke, die 200 Meter, mit 22,85 sek sehr hoch angesetzt. Meine Bestzeit ist 23,08 und das war schon eine Leistungsexplosion. Ob ich diesen Schub jetzt nochmal vor Olympia bekomme, kann man nicht wissen, aber ich werde mit meinem Trainer Björn Sterzel alles dafür tun.

Wie versucht man diese zweite Leistungsexplosion hervorzurufen?

Na ja, mein Trainer hat einen Fünf-Jahres-Plan angelegt und in diesem war Olympia eines der Hauptziele. An diesen Plan werden wir uns halten und versuchen, den ein oder anderen neuen Reiz zu setzen im Training. Dann bin ich optimistisch gestimmt – natürlich unter der Vorraussetzung, dass ich verletzungsfrei bleibe.

Apropos Verletzungen, diese verhinderten nun schon zum zweiten Mal einen WM-Start. Das erste mal vor zwei Jahren in Moskau und jetzt in Peking. Wie wird man damit fertig?

Natürlich ist so eine Verletzung kurz vor dem großen Tag schlimm, aber da ich in Peking für die Staffel nominiert war, konnte ich nichts riskieren. Wir „Staffel-Mädchen“ hatten schon im Vorbereitungstrainingslager in Jeju ein gutes Verhältnis und so wollte ich kein Risiko eingehen. Zu groß war meine Sorge, dass ich dann nach 50 Metern abbrechen muss, weil irgendwas reißt und ich den anderen drei Mädchen damit auch ihren Start kaputtmache.

Das Staffelrennen wurde live im ZDF vor einem Millionenpublikum ausgestrahlt. Außerdem war das Vogelnest in Peking voll. Wie hast du das alles erlebt?

Zuerst einmal ist Peking eine ganz andere Welt. Alles ist viel größer, voller und lauter. Aber es hat auch seine schönen Seiten. Ich habe die Reise nach Peking genossen und die Atmosphäre im Stadion war großartig. Ein bisschen Wehmut war schon mit dabei, als ich auf der Tribüne saß und wusste, dass ich auch auf der Bahn hätte stehen können vor 90.000 Zuschauern und Millionen an den Fernsehern.

Tatjana Pinto ist eine weitere sehr junge Topsprinterin in Deutschland. Sie war Teil einer deutschlandweiten Nike-Werbekampagne. Du hast ein ähnliches Potenzial, doch tauchst wenig in der Öffentlichkeit auf. Woran liegt das?

Ich bin da nicht so der Typ für. Natürlich würde ich mir so eine Chance nicht entgehen lassen, aber ich renne da auch nicht hinterher. Einige Sportler fragen regelrecht bei den Firmen an, das ist nicht so mein Ding. Seit 2011, da war ich gerade 17, arbeite ich mit zwei Sponsoren zusammen – Perfekta und nassmagnet. Die unterstützen mich seitdem in allen Belangen und so kann ich mich nicht beschweren. Außerdem habe ich einen Ausrüstervertrag mit Adidas und alles, was in der Zukunft noch folgt, warte ich ab.

Du bist jetzt schon seit vielen Jahren bei deinem Heimatverein, dem FTSV Jahn-Brinkum. Es gab sicher Angebote von größeren Vereinen, warum hast du diese abgelehnt?

Ich bin ein sehr heimatverbundener Mensch. In Brinkum bin ich jetzt schon lange im Verein und der unterstützt mich, wo er kann. Natürlich ist das Budget nicht so hoch wie bei anderen Vereinen und ich bekomme auch kein monatliches Gehalt, aber ich sehe dennoch keinen Grund zu wechseln.

Dein erster Trainer war Frank Krüger. Inwiefern hat er die Grundlagen gelegt und wie ist sein Anteil an deinem jetzigen Erfolg?

Natürlich war er sehr wichtig, da ich damals im Training noch alles gemacht habe. Weitsprung, Hürden und auch sehr ungeliebte Disziplinen wie etwa Speerwurf hat er mit mir trainiert. Durch diese Grundlagen konnte ich mich mit den Jahren immer besser auf den Sprint spezialisieren.

Hast du schon Autogrammkarten?

Nein, noch nicht, aber das kommt jetzt bald. Meine Eltern, Conny und Ralf, erinnern mich schon immer. Nach meinem 2. und 3. Platz bei der Deutschen Meisterschaft ist das Interesse deutlich gestiegen.

 

Weitere Infos auf ihrer offiziellen Fanpage:

Facebook – Anna-Lena Freese

 

Über Florian Krüger 28 Artikel
Der Chefredakteur, der den Stift immer zur Hand hat und vor lauter Ideen fast das Schreiben vergisst - aber hat ja geklappt! Voilà ...

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