Die großen Probleme bekämpfen

Seit 40 Jahren setzt sich BORDA für bessere Wasserversorgung und Sanitäranlagen ein

Während draußen der Wind tobt, dreht sich drinnen alles um ein anderes Element: das Wasser. Wasser ist für uns Europäer so selbstverständlich, dass man sich hin und wieder in Erinnerung rufen muss, dass der Zugang zu sauberem Wasser in vielen Entwicklungsländern nicht gegeben ist – und das gilt trotz vieler Fortschritte in der Entwicklungsarbeit, dem Grundrecht auf Wasser und dem erklärten Ziel der UNO, bis 2030 für jeden Menschen der Erde einen Zugang zu sauberem Wasser zu schaffen.

Schon in den letzten 40 Jahren hat die gastierende Organisation Borda zum Erfolg in der Daseinsvorsorge in Entwicklungsländern beigetragen. Ihre Arbeit ist nicht zuletzt durch das erklärte Ziel von der UNO auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt von äußerster Bedeutung und angesichts des weltweiten Bevölkerungswachstums vielleicht so wichtig wie nie zuvor.

Hier nun, an diesem kalten und windigen Herbsttag, wird im Überseemuseum Bremen das 40-jährige Bestehen Bordas gefeiert. Die Veranstaltung mutet nicht wie eine Selbstbeweihräucherung an – vielmehr kommt ein konstruktiver Austausch zwischen Borda-Mitarbeitern und weiteren Engagierten aus der ganzen Welt zustande, der zu kreativen Ideen innerhalb der Bremer Entwicklungshilfeszene führt, auf deren Umsetzung man durchaus gespannt sein darf.
Doch erstmal alles von vorne: Borda wurde im Juli 1977 als Non-Profit-Organisation im Überseemuseum Bremen gegründet und konzentriert sich seitdem auf die kommunale Daseinsvorsorge in Afrika, Asien und Südamerika. So sollen die Lebensbedingungen sozial benachteiligter Gruppen verbessert und die Umwelt geschützt werden. Konkret bedeutet das für Borda, nachhaltiges Management in den Bereichen der urbanen Wasser- und Sanitärversorgung, dem Abfallmanagement und der alternativen Energiegewinnung zu integrieren.
Nun feiert man also das 40-jährige Bestehen der Organisation; das Überseemuseum ist festlich geschmückt und ein geeigneter Ort, die Feier abzuhalten. Über 100 exklusive Besucher lauschen den Wortes des Vorstandes (Name einfügen) und des Geschäftsführers (Name einfügen), der neben Danksagungen noch den Auftritt Flo Megas ankündigt, der fast schon frenetisch bejubelt wird. Endlich darf auch mal in einem Museum aufgedreht werden – und trotz der Größe des Museums und des Publikums fühlt es sich fast wie ein exklusives Wohnzimmer-Konzert an. Die geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Sport und Ehrenamt geben sich aufgeschlossen und suchen den Kontakt zueinander, der seinen Höhepunkt in Form von „Fishbowls“ im Open Space des Museums findet. Diese Fishbowls stellen einen Stuhlkreis aus mehreren Reihen dar,  zu dem jeweils eine Leitfrage gehört, über die im Plenum diskutiert wird. Ich entscheide mich für die Frage: „Was können wir gemeinsam in Bremen tun?“, zu der sich Engagierte aus allen Stadtteilen und Bereichen der Entwicklungshilfe zusammenfinden. Man spürt: Das ist hier nicht nur gut gemeint – hier wollen die Leute wirklich gemeinsam etwas bewegen und so entsteht eine tolle Gruppendynamik. Mansur Faqiryar, der zusammen mit SVW-Coach Alexander Nouri eine Stiftung zur Unterstützung junger Afghanen ins Leben gerufen hat, ist einer der Teilnehmer des Fishbowls und bemerkt, dass der Sport eine wunderbare Möglichkeit sei, Geflüchtete in Deutschland zu integrieren. Überhaupt werden im Rahmen der Fishbowls zielführende Vorschläge gemacht, welche Maßnahmen in der ehrenamtlichen Arbeit Bremens getroffen und wie sie miteinander vernetzt werden können, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.
Paradoxerweise ist Borda trotz des großen Erfolgs und der namentlichen Bekenntnis zur Hansestadt den Bremern kaum bekannt. Wenigstens in Weyhe, Stuhr und Syke dürfte nun einigen die Organisation und ihr Engagement in Übersee bekannt sein.
Über Joshua Brauns 24 Artikel
Der Lektor, der sich für Sport, Reisen und Musik begeistert - und darüber auch gerne schreibt. Viel Spaß beim Lesen!

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