Jeden Tag Sonntag!

Take-off

Wie? Ist jetzt jeden Tag Sonntag? Nein, aber die gleichnamige Modemarke mitten aus dem Herzen Bremens vermittelt genau dieses Motto. Sie nennen es „das verantwortungsvolle Carpe Diem“. Ihre Modemarke soll nicht nur Klamotten produzieren, sondern den Menschen ein Lebensgefühl vermitteln. Ihre Klamotten sind fair trade und Teile der Einnahmen kommen sozialen Projekten zugute. Wir haben den sympathischen Bremern einige Fragen gestellt und viele interessante Antworten bekommen – rund um ihr Projekt, die Modewelt und Zukunftspläne …

Du bist Timo Helken (23) und hast zusammen mit Simon Blöts (22) das Modelabel „jedentagsonntag“ gegründet. Wie kamt ihr auf den Namen der Marke?

„Das fing eigentlich alles damit an, dass wir uns mehr Auszeiten gönnen wollten. Jeder Tag sollte ein bisschen wie ein Sonntag sein, weil Simon und ich eigentlich immer nur sonntags richtig Freizeit hatten. Aber wir nennen es ja auch „das verantwortungsvolle Carpe Diem“ und deshalb stehen wir schon dafür auch seine Arbeit zu erledigen, aber eben nicht nur das, sondern jeder Tag sollte auch irgendwo ein kleiner Sonntag sein.“

Euch fehlte am Anfang eigentlich das wichtigste Element einer Modemarke – der Designer. Wie habt ihr das gelöst?

„Die ersten T-Shirts habe ich designed. Dort war die Gestaltung mit Typografie und anderen Elementen noch nicht da. Unsere ersten Shirts hatten einfach nur „Sonntag“ auf einem Balken stehen. Später haben uns immer mehr auf die T-Shirts angesprochen, weil wir sie selbst getragen haben und so kam das Ganze ins Rollen. Bei unserer zweiten Kollektion haben wir dann mit einem befreundeten Designer zusammengearbeitet (Pascal Seul), um eine aufwendigere Gestaltung hinzubekommen.

Eure Produkte werden alle fair-trade produziert und sollen für den schmalen Geldbeutel gedacht sein. Rentiert sich das überhaupt?

„Sagen wir es so – das Unternehmen trägt sich von alleine. Aber reich werden wir damit natürlich nicht. Das war uns aber auch von Anfang an klar und nie unser Ziel. Für uns ist es ein großes Hobby und genauso wie es gerade ist, gefällt es uns.“

Teile der Einnahmen kommen dem Sozialprojekt „ISA Childrens Home“ zugute. Ist das auch ein indirektes Statement gegen das rücksichtlose Wirtschaften der großen Modemarken?

„Definitiv. Schließlich ist unsere Philosophie ganz anders. Wir haben zu dem Projekt auch eine persönliche Beziehung und so wissen wir, dass das Geld ankommt und wie es genutzt wird. Sozusagen eine Herzensangelegenheit von uns.“

Wie steht ihr zu H&M, Zara, NewYorker und Co?

„Es ist schwer zu sagen. Aber ergibt sich ja aus unserer Philosophie, dass wir eher dagegen sind. Trotzdem wollen wir niemandem vorschreiben, wo er seine Klamotten kaufen soll. Dennoch würden wir empfehlen, dass man sich mal 5 Minuten über die Marke informiert und wo sie die Klamotten produziert. Viele sind dafür aber einfach zu faul und das ist der Fehler. Es kommt ja auch auf die Qualität an und die ist oft bei den großen Ketten schlecht.“

Würde „Outsourcing“ für euch in Frage kommen, wenn der Erfolg und Verdienst erheblich steigen würde?

„Niemals. Denn darunter würde die Authentizität sehr leiden, die uns so wichtig ist. Wir würden auch für keinen Investor die Philisophie hinter der Marke ändern.“

Ihr habt euch diesen Sommer fünf Monate Auszeit genommen. Was ist in dieser kreativen Pause entstanden?

„Wir haben so viel gearbeitet. Das Label haben wir binnen drei Monate aufgebaut und auch in unseren Jobs gab es Umgestaltungen. Ich bin jetzt zum Beispiel selbständig und deshalb mussten wir uns einfach mal wieder finden. Auch die turbulente Zeit mit „jedentagsonntag“ reflektieren und auch aus Fehlern für die Zukunft lernen, um jetzt wieder angreifen zu können.“

Was sind Pläne für die Zukunft? Sollen weitere Kollektionen folgen?

Anfang des Jahres sollen nur einzelne Produkte kommen – eine neue Kollektion dann vielleicht später im nächsten Jahr. Wir werden immer eine Bremer Marke bleiben, freuen uns aber natürlich auch über Leute aus anderen Städten, die unsere Klamotten feiern.“

 

Wenn Interesse besteht, findet ihr hier weitere Infos zu den Jungs und ihren Produkten:

www.jedentagsonntag.com

Über Florian Krüger 28 Artikel
Der Chefredakteur, der den Stift immer zur Hand hat und vor lauter Ideen fast das Schreiben vergisst - aber hat ja geklappt! Voilà ...

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