Rebels Bremen sind groß dabei

Rebels Bremen

Rebels Bremen – eine Fusion aus Körper und Köpfchen

Amercian Football wird bei den Rebels Bremen aus Tenever groß gedacht. Wenn in Amerika zum Superbowl gerufen wird, dann bedeutet dies Nationalfeiertag. Keine Sportart löst so viel Faszination aus und bietet gleichzeitig eine so große Vielfalt. Ein in Europa größtenteils unterschätzter Sport, der in den 90er-Jahren schonmal einen kurzen Hype durchlief, bis heute aber weit vom Fußball abgehängt wird. Zurecht? Sicher nicht, denn American Football ist „Schach auf Rasen“, wie es Ingo Sterling, der Headcoach der Rebels, harmlos ausdrückt. Natürlich geht es nicht so ruhig zu wie beim Schach, sondern auf dem Feld fliegen die Fetzen. „Klar ist es ein Kontaktsport“, erzählt Spieler Christian Berlips und ergänzt: „Auf dem Feld kann man seine Aggressionen rauslassen und steht als Team zusammen.“ Es ist diese Kombination aus Kontaktsport und Köpfchen, die so reizvoll scheint und von dieser die Spieler schwärmen.

German Football League als Langzeittraum für die Rebels Bremen

Wir vom WANTED-Magazin waren beim Training der Rebels Tenever vor Ort und waren überrascht, wie gut die Truppe harmoniert. „Im Kader sind wir momentan knapp 20 Spieler“, sagt Coach Ingo Sterling. „Normalerweise gäbe es 35-40 Spieler, aber dann bräuchte man auch noch deutlich mehr Trainer“, betont er. Momentan unterstützt ihn Justine, der Defense-Coordinator ist und dieses Jahr nicht mehr in der U19 der Rebels mitspielen darf, weshalb er den Trainerposten übernommen hat. Auf die Dauer will die Abteilung des Footballs auch eine Herrenmannschaft ins Rennen schicken. Dies soll schon nächstes Jahr der Fall sein, da viele Spieler der U19 nach weiteren Perspektiven suchen und dann in die Herrenmannschaft gehen könnten. „Es ist ja schade für die Jungs, wenn wir ihnen nach einer erfolgreichen Zeit in der A-Jugend keine weiteren Perspektiven aufzeigen können“, sagt Ingo Sterling.

Coach Ingo Sterling als Dirigent

Der Coach schlägt einen rauen Ton an, wenn er im Training Anweisungen gibt. Auf der anderen Seite sagt er, dass er seine Athleten auch immer wieder streicheln muss. Das kennt Ingo Sterling auch von sich zuhause, da er Vater von drei Kindern ist. „Da ist es nicht anders“, meint er. Man spürt seine Leidenschaft für den Sport, da er diesen selbst seit dem zwölften Lebensjahr ausübt. Mittlerweile ist er 41 Jahre alt und spielt nach wie vor Football in der Mannschaft aus Ritterhude. „Für mich ist es ein Ziel, eine Herrenmannschaft bei den Rebels auf die Beine zu stellen und in acht bis zehn Jahren GFL zu spielen.“ GFL ist die geläufige Abkürzung für die German Football League und ist sozusagen die erste Bundesliga, wobei laut Ingo der Vergleich mit den Ligen im Fußball hinkt. Die Rebels spielen Landesliga und sind dabei nur sechs Mannschaften in einer Gruppe. Das ergibt zwölf Spiele innerhalb der Saison. Ein wahrer Kraftakt für die Spieler, die in manchen Phasen fast jedes Wochenende auf dem Feld stehen.

Rauer Ton, Strafliegestützen und trotzdem Spaß

Christian Berlips kennt das, weil er selbst schon seit fünf Jahren Football spielt und mit seinen 18 Jahren einer der erfahrensten Spieler im Team ist. „Ich spiele im Center und snappe den Ball zum Quarterback zurück, damit dieser dann genügend Zeit hat, um den Ball weiterzugeben oder zu werfen.“ Eine sehr wichtige Aufgabe, denn wenn der Ball nicht vernünftig ankommt, ist der ganze Spielzug dahin. So nimmt jeder im Team eine entscheidende Rolle ein und das weiß auch jeder. Im Trainingsbetrieb herrscht ein rauer Umgangston unter den Spielern und auch die Coaches sind nicht zimperlich. Es ist genau dieses zweischneidige Schwert, welches Ingo Sterling immer wieder benutzt – natürlich nur sprichwörtlich, aber jene Waage aus dem Anschlagen von rauen Tönen und gleichzeitiges Streicheln ist für ihn immer wieder eine Herausforderung. Am Ende der Einheit gibt es für alle 30 Strafliegestützen, die im Takt und Kreis ausgeführt werden. Danach folgt eine grobe Ansprache, weil zu viel Zeit vertrödelt wurde. Ingo Sterling sagt zu der Truppe: „Am Ende geht die Zeit verloren, die wir zum spielen nutzen könnten. Das ist wie bei einer Frau – wenn ihr morgens nörgelt, verbringt ihr den Abend alleine auf dem Sofa.“ Mit diesen Worten nehmen die Jungs ihre schweren Helme ab und hat einen freien Blick auf die verschwitzten und kaputten Gesicher. Es ist ein anstrengender Sport, bei dem es ordentlich zur Sache geht. Dennoch kommt bei den meisten das Lächeln schnell zurück, denn jeder weiß, wofür sie trainieren. Am Ende geht es darum, Spiele zu gewinnen, aber natürlich auch um den Spaßfaktor – schließlich ist es neben dem Ernst der Sache ein Hobby, ein Ausgleich.

Play-Offs in greifbarer Nähe

Im Mai begann die neue Saison rund, in der sich die Rebels bisher mehr als gut schlagen und kurz vor dem Erreichen der Play-Offs stehen. In ihrer Gruppe sind sechs weitere Teams, die es zu besiegen gilt. Die Jungs sind heiß und das Trainerteam optimistisch, was die Spiele angeht. Solch einen Kader im American Football zu betreuen, braucht aber weit mehr als einen Headcoach. Ingo Sterling wird von seinem Defense-Coordinator Justin unterstützt und das Team drumherum besteht aus Fitnesstrainer Frank Claussen, der als ehemaliger Leistungssportler genau weiß, wie man die Jungs fit macht. Zusätzliche Unterstützung gibt es von Abteilungsleiter Reiner Berlips und Spielleiter Claus Hansen, der auch als „Transportminister“ bezeichnet wird, da er für die Fahrt mit dem Bus zu den Spielen zuständig ist. Kerstin von Weyhe übernimmt die Betreuung des Sponsorings und Markus Flake ist die „gute Seele“ der Truppe – er kümmert sich um Offizielles und die Mannschaft.

Cheerleader neu gegründet und schon sehr erfolgreich

Was gehört zu einer richtig guten Football-Mannschaft? Na klar, die Cheerleader! Aber so sehen sich die Rebels Bremen Cheerleader nur teilweise: „Klar, ist es Teil unser Sportart, dass wir an der Blind Side stehen und sowohl die Spieler und auch den Zuschauer animieren“, erzählt der Aktive und Abteilungsleiter David Veit. Trainiert wird die Truppe von Jasmin Asendorf und Nastia. Jenny Abromeit ist auch aktiv in der Gruppe und weiß genau, worauf es beim Cheerleading am meisten ankommt: „Grundsätzlich ist Disziplin erstmal das Wichtigste, denn nur wer bei sich auch einen Fortschritt erreichen möchte, ist mit Ehrgeiz dabei und das ist in unserem Sport unerlässlich.“ Es geht schließlich um viel – während wir uns einige der Übungen anschauen, die Stunts genannt werden, merkt man schnell, warum dem so ist. „Wir bauen aufeinander“, bekommt in unserem Sport schnell eine sehr wörtliche Bedeutung“, erzählt David Veit, denn die Figuren werden teilweise sehr hoch gebaut und wenn sich die „Flyer“ von oben fallen lassen, muss man ganz schön Vertrauen in die Kollegen haben, die einen auffangen. Bei den Rebels Bremen wirkt die Truppe sehr eingespielt, die teilweise auch schon bei einem anderen Verein zusammen trainiert haben und sich im vergangen Herbst nun unter neuem Namen gegründet haben. Ab Mai stehen sie dann auch am Spielfeldrand, doch eigene Wettkämpfe gibt es auch. So belegten sie den zweiten Platz bei den Regionsmeisterschaften und peilen weitere Saisonhighlights an.

Verstärkung ist immer willkommen – ob beim Cheerleading oder Football

Verstärkung suchen nicht nur die Footballer, sondern auch die Cheerleader – egal ob Junge oder Mädchen, denn in solch einem Team kann jeder eine wichtige Aufgabe und Verantwortung übernehmen. So sind zwei völlig gegensätzliche Sportarten am Ende gar nicht so weit voneinander entfernt. Der Grundgedanke lautet: Mit Disziplin, Verantwortung und Teamgeist in den Wettkampf gehen und dabei natürlich eine Menge Spaß zu haben.

 

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Über Florian Krüger 63 Artikel
Der Chefredakteur, der den Stift immer zur Hand hat und vor lauter Ideen fast das Schreiben vergisst - aber hat ja geklappt! Voilà ...

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