Tanzen ist mein Leben oder besser gesagt: „Tanz durch dein Leben!“

Das A-Team des Grün-Gold-Clubs wurde Weltmeister in der Formation und Anna-Sophie Schweers will ebenfalls hoch hinaus. Doch bis dahin folgen noch viele schweißtreibende Trainingseinheiten. Sie ist jedoch bereit, diesen durchaus steinigen Weg zu gehen – komme was wolle.

Es liegt eine besondere Magie in der Luft, wenn die Formation des Grün-Gold-Clubs zu der Musik von „Rocky“ über die Tanzfläche schwebt. Alles sieht so leicht aus und jede Armbewegung fügt sich synchron in das Gesamtbild der Formation ein. Man kann als Zuschauer schon erahnen, dass ein hartes Stück Arbeit hinter dieser Schönheit und Eleganz auf der Bühne steckt.

„Wir trainieren dreimal pro Woche und haben an den Wochenenden oft Trainingslager“, berichtet Anna-Sophie Schweers. Sie ist gerade 18 Jahre alt geworden und damit das „Küken“ im D-Team des Grün-Gold- Club Bremen. Schon ihre Mutter rockte früher die Tanzfläche, genauso wie ihr Onkel. Demnach liegt ihr der Rhythmus und die Leidenschaft schon im Blut. „Wenn ich an das Tanzen denke, kribbeln mir immer die Finger und die Füße“, erzählt sie und man spürt, dass sie mit ihrem ganzen Herzblut dabei ist.

Vom Reitstiefel und Pferd, zu Tanzschuh und Partner

Das war allerdings nicht immer so, denn anfangs wollte sie nichts vom Tanzen wissen. Zwar war sie auf vielen Wettkämpfen und Veranstaltungen – der Funke sprang jedoch nicht über. Stattdessen hatte sich Anna-Sophie Schweers viel mehr in die lange Mähne und die großen Augen eines Pferdes verliebt. 10 Jahre ritt sie und dachte dabei nicht daran, dass sie jemals in der Regionalliga für einen der erfolgreichsten Tanzvereine der Welt tanzen würde.

Schließlich kam es dann aber doch dazu. „Irgendwann habe ich mich dazu durchgerungen und bin beim SC Weyhe zu einem Tanzcasting gegangen,“ erzählt Anna-Sophie Schweers. Dort lernte sie ihre ersten Schritte und muss heute darüber schmunzeln, da sie nun unzählige Tanzschritte aus dem Effeff kann.

Es ist unter Sportlern, vor allem im Ama- teurbereich, schwer zuzugeben, dass man große Träume und Ambitionen hat. Doch genau diese Träume zogen Anna-Sophie Schweers zu ihrem jetzigen Team nach Bremen. Zuvor wurde sie von einem Scout des Grün-Gold-Clubs Bremen angesprochen. „Auch dort möchte ich mich am Liebsten bis in das A-Team hochtanzen.“

Dass dies kein einfacher Weg wird, weiß sie ganz genau, denn das A-Team ist der amtierende Weltmeister in der lateinamerikanischen Formation. Ihr Trainer Oliver Malthan gab der Jüngsten im Team eine Chance und bisher konnte sie den Erwartungen gerecht werden. „Das Schöne ist, dass Tanzen ein Teamsport ist und ich ein unglaublich harmonisches Team habe“, schwärmt Anna-Sophie Schweers und erzählt im Weiteren, dass das Vertrauen im Team ein sehr wichtiger Faktor sei.

„Der Gedanke an Erfolg treibt mich an.“

Insgesamt hat das Team 24 Tänzer und Tänzerinnen. Es gibt innerhalb der Formationen immer Paare. Auf einigen Positionen tanzen auch drei Leute – so etwa ein Mann und zwei Frauen.

In der Choreographie während der Saison tanzen sie momentan fünf verschiedene Stile: Jive, Rumba, Paso Doble, Cha-Cha-Cha und Samba. „Bei jedem dieser Stile fühle ich innerlich etwas Anderes. „So fühle ich beim Jive eher Energie und beim Rumba die Freiheit und die Dynamik“, fügt Anna-Sophie Schweers hinzu und muss bei diesem Gedanken ein wenig lächeln.

Tanzen ist ihre Leidenschaft und auch wenn es manchmal hart ist, will sie das alles meistern. Jetzt steht aber erstmal das Abitur auf dem Programm und danach wahrscheinlich eine Ausbildung zur Bauzeichnerin und ein Architekturstudium. Ambitionierte Pläne, für eine ambitionierte Sportlerin.

Die Choreographie muss zu hundert Prozent sitzen.

Die Saison läuft gerade im vollen Gange und das Team ist nach wie vor hochmotiviert. „Jedes Tunier in der Liga ist wieder eine neue Chance, sich zu beweisen und eine möglichst hohe Wertung von den Punktrichtern zu bekommen.“ Die Punktrichter schauen natürlich ganz genau hin und achten vor allem auf Synchronität, den Paartanz und die Kreativität. Im April ist die Saison jedoch schon wieder vorbei. Vier Monate gibt es fast jedes Wochenende ein Turnier und dann wird nach einer kleinen Pause schon wieder für die nächste Saison trainiert.

Die Choreographie muss zu hundert Prozent sitzen während der Saison. Und so gehen sie im Training jeden einzelnen Schritt durch. Bei einer Choreographie über sechs Minuten ist das ein ganz schön aufwendiger Prozess, erzählt uns die Tänzerin Anna-Sophie Schweers. „Manchmal ist es auch ein wenig monoton immer wieder dieselbe Choreographie zu üben“, betont die Athletin.

Dennoch will sie dem Tanzen treu bleiben und ihre Pläne für die Zukunft in die Tat umsetzen. Wir hoffen, dass sich ihr starker Wille auszahlt und sie den Sprung auf die ganz große Tanzfläche schafft – ohne dabei aus dem Takt zu kommen.

Weitere Infos unter: www.ggcbremen.de

Über Florian Krüger 28 Artikel
Der Chefredakteur, der den Stift immer zur Hand hat und vor lauter Ideen fast das Schreiben vergisst - aber hat ja geklappt! Voilà ...

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